Kino

Kultmoviegang „in the Badi“

Letztes Jahr führte die KMG ein Open-Air-Mini-Horror-Festival „in the Woods“ durch. (Das habe ich – leider – ignoriert, daher der offizelle KMG-Report hier >>KLICK<<). Dieses Jahr wurde es feucht-fröhlich-nass. Welcome to „KMG Splash“!

Anreise

Den Weg nach Bern brachte ich bereits am Freitagabend hinter mich, dank Unfall-Stau auf der A8 in nervenaufreibenden zwei Stunden anstelle der üblichen 90 Minuten. So blieb nach Ankunft noch knapp Zeit fürs Einchecken im Hotel, bevor es an die KULTFRIDAY-Vorstellung von „The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert“ ging. Die australische Tragikömodie, in der wir Terrence Stamp, Hugo Weaving (jep, Elrond aus Herr der Ringe, Agent Smith aus Matrix, Red Skull aus Captain America) und Guy Pearce als Drag-Queens durch das australische Outback begleiten, geht extrem ans Herz und gehört für mich zu den Highlights des Jahres.

Den Samstag verbrachte ich in Bern und habe die Gelegenheit zur einem Besuch im Tierpark und im Museum für Kommunikation genutzt. Nach einer kurzen Rast im Hotelzimmer ging’s dann kurz nach 20 Uhr Richtung Weyerlibad.

„Creature from the Black Lagoon“ (1954)

Eingeleitet wurde das Mini-Festival von diesem 50er-Jahre-Schwarz/Weiss-Horrorstreifen über ein Mensch/Fisch/Mixmaxmonster. Wobei man heute kaum mehr von „Horror“ reden kann, da – abgesehen von ein paar wenigen Jumpscares – diese „Typ im Latexkostüm“-Filme heutzutage eher lustig als gruslig wirken. Und Herrgott, geht einem diese Orchester-Spannungsmusik mit der Zeit auf den Sack. Trotzdem ein very funny Start in die Nacht.

Da ich meine Picknickdecke zuhause liegengelassen habe, verbrachte ich diesen Film auf der nackten Wiese. Während des Films fiel mir aber ein, dass ich ja immer eine Wolldecke im Auto habe, also habe ich mir die in der Pause hurtig geholt.

Kurzfilm „Tümpel“

Ein kurzer, für Kinder produzierter Animationsfilm über einen furzenden Fisch. More Infos –> LINK

„The Life Aquatic with Steve Zissou“ (2004)

„Adventure Comedy-Drama“ gemäss Wikipedia. Sehr skurriler Film mit schicker 60er/70er-Jahre Ästhetik und tollem Cast in roten Zipfelmützen. So richtig warm wurde ich mit Wes-Anderson-Filmen nie, vermutlich fehlt mir der IQ, um die Message dahinter ganz zu begreifen, aber gestern, so im schlafmangelinduzierten Halbdelirium, fand ich ihn extrem witzig, wenn auch etwas langatmig. Jeff Goldblum durfte mal wieder seinen nackten Oberkörper präsentieren, wenn auch mit ein paar Bandagen (aber ohne rote Zipfelmütze).

Nach diesem Film lichteten sich die Reihen schon ziemlich, Mitternacht war bereits passé. Es blieben noch so (geschätzt) zwischen 10 – 20 Hartgesottene. Ich schnappte mir einen der freigewordenen Liegestühle, da es auf dem kalten Boden doch langsam unbequem wurde.

Für die letzten zwei Filme wurden zudem Kopfhörer verteilt, um die Nachbarn nicht weiter mit dem Filmlärm zu belästigen. Ist irgendwie schon geil, wenn man auf einer dunklen Wiese sitzt und um sich herum überall rot leuchtende Headsets sieht. Die Dinger waren leider eher für kleine Ohren ausgelegt, meine Riesenlauscher taten am Ende etwas weh.

„Lake Placid“ (1999)

Horrorcomedy mit Bill Pullman, Bridget Fonda, Brendan Gleeson und Oliver Platt um ein grosses Killerkrokodil in einem US-See. Witzig, aber irgendwie unblutiger als Gedacht. Aber es müssen ja nicht in jedem Tierhorrorfilm gleich dutzende Opfer weggesnackt werden.

„Aquaslash“ (2019)

Kanadischer Slasher über ein paar High-School-Absolventen, die in einem Wasserpark ihren Abschluss feiern wollen, dabei aber etwas filetiert werden.

Konzentrationstechnisch war bei mir zu dem Zeitpunkt schon lange Feierabend, daher hatte ich keine Ahnung, wer denn nun mit wem was zu tun hatte und überhaupt. Ich fand den Streifen auch extrem langweilig, da am Anfang zwar etwas passiert, dann aber bis kurz vor Ende tote Hose herrscht (also jetzt auf das Gemetzel bezogen… Anderweitig läuft in gewissen Hosen schon was, ist ja schliesslich Teenie-Horror), nur um dann während gut fünf Minuten eine wahre Blut- und Körperteilorgie loszulassen. Und die fünf Minuten sind grössenteils in Slow-Mo…

So um vier o’clock war dann Schluss, und nach gut 8 Stunden Wiese/Liegestuhl war ich froh um ein bequemes Hotelbett.

Fazit

Kino unter freiem Sternenhimmel, mit noch-nicht-ganz-Vollmond, mit toller Lagerstimmung. Der Ausflug hat sich definitiv gelohnt, auch wenn meine Pobacken das anders sehen. Ein grosses DANKE an die Organisatoren!

Ich bin gespannt, was nächstes Jahr kommt. Ob sie sich an den vier Elementen (Erde, Wasser, Feuer, Luft) orientieren? Erde (Wald) und Wasser (Badi) hätten wir… Fehlen noch Feuer (KMG in the Volcano?) und Luft (KMG in the Heissluftballoon?).

Zum Abschluss noch eine kleine Feststellung, aus Spoilergründen versteckt:

[su_spoiler title=“Priscilla!“ style=“fancy“ icon=“plus-circle“]Das Filmwochenende begann mit einem Film über eine „Priscilla“ (Queen of the Desert) und endete mit einem Film, in dem die Killerin „Priscilla“ heisst (Aquaslash). Das war mal wieder super geplant ;-)[/su_spoiler]

Over and Out.

Pascal

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