Kino

KMG-Worst-Night: „Stone Cold“

Friday-Night, Kinozeit! Die heutige Worst-Night führte uns in die US-Bikernazi-Szene der 90er-Jahre ein. „Stone Cold“1gem. IMDB war Michael Douglas Executive Producer des Films, wollte aber in den Credits nicht genannt werden – so der Name des Meisterwerks – ist der erste Kinoauftritt des ehemaligen American-Football-Bad-Boys Brian Bosworth. Mit ausdrucksloser Miene und wehendem Haarschnitt verkörpert er einen Supercop, der eine Gang Bikernazis infiltriert.

WHO’S THE MASTER??? JOE HUFF!!

Joe Huff (Brian Bosworth) ist ein knallharter Polizist, der trotz Suspendierung mal so nebenbei einen Überfall auf einen Lebensmittelladen vereitelt und die Täter ohne einen einzigen Schweisstropfen kalt macht. Dass dabei ein Teil der Einrichtung ebenfalls das Zeitliche segnet – drauf geschissen! Für irgendwas gibt’s ja schliesslich Versicherungen. Clean up on Aisle 4!

Joe’s nächster – eher unfreiwilliger Auftrag – kommt vom FBI: Er soll die „Brotherhood“ infiltrieren: Eine Bikergang aus Hinterwäldler-Neonazis, die so knallhart sind, dass sie sich nur so aus Spass gegenseitig Bierdosen vom Kopf schiessen – mit Revolver und Maschinenpistole wohlgemerkt. Nebenbei terrorisieren sie auch noch die Gegend, schiessen unschuldige Priester tot und jagen einen Richter samt Boot in die Luft, weil der einen der ihren zu lebenslänglicher Haft verurteilt hat. Unter dem Decknamen „John Stone“ soll Huff daher Beweise gegen die Gang und insbesondere deren Anführer „Chains“ Cooper (grandios: Lance Henriksen) sammeln, damit diese angeklagt werden können.

Die Infiltration gelingt, und was folgt ist auf den ersten Blick der typische 90er-Jahre-Action-Schlock mit Geballere, vielen nackten Oberkörpern2beider Geschlechter, Vehikeln, die bei GERINGSTEM Kontakt spektakulär explodieren, und soviel Testosteron, dass sogar dem weiblichen Publikum die Barthaare sprossen3oder spriessten. Deutsch ist schwer.

Der Film ist handwerklich grundsolide, während Bosworth mit dem immer gleichen „I’m a cool bad-ass dude“-Gesichtsausdruck durch den Film stolziert und selbst beim Russisch-Roulette-Tod seines Love Interests kaum eine Miene verzieht. Dafür geht Lance Henriksen so richtig ab und stiehlt dem restlichen Cast die Show.

Also nur ein weiterer 08/15-Nineties-Reisser? Nein: Ich hatte verdammt Spass dabei, der Humor, die überbordenden Actionszenen inklusive Finale haben meinen Nerv punktgenau getroffen, und auch die leicht fehlerbehafteten Untertitel trugen stark zur Unterhaltung bei.

Wer jetzt ein wenig Lust gekriegt hat: Den Film findet man auf YouTube.

Töff vs. Velo

An sich ist an diesem Abend ein Double Feature angesagt gewesen. Aber da ich am Samstagmorgen Schulung hatte, musste ich die Vernunft walten lassen und bin nach „Stone Cold“ eiskalt abgerauscht. „Velo Gang“ werde ich aber sicher irgendwann mal nachholen.

Next up

Ein Highlight jagd das nächste: Neben zwei weiteren Kultfriday-Abenden (Being John Malkovich am 16.02. und das Double-America-Fuck-Yeah-Feature am 01.03.) startet am 7. März endlich die zweite Ausgabe des Kult-Attack-Filmfestivals.

Danke fürs Mitlesen.

Pascal

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