Es ist schon eine Weile her, seit ich das letzte Mal einen Beitrag über eine KMG-Worst-Night verfasst habe. Zeit, euch mal wieder mitzureissen in die Untiefen cineastischer Filmfolter, und zwar in Form der zweiten Kultmoviegang-Worst-Night im Zürcher Arthouse Movies. Heutiger Übeltäter: „Voyage of the Rock Aliens“ aus dem Jahre 1984. Beware of spoilers!
„What a Story, Absid…“
Die superkomplexe Rahmenhandlung (*hust*) handelt von einer Gruppe musikalischer Aliens, die in ihrem gitarrenförmigen Raumschiff durchs All düst und die Quelle des Rock’n’Roll sucht. Wie zentral das Thema „Musik“ ist, wird schon nach drei Filmminuten klar: Kaum sind die Opening Credits über die Leinwand geflimmert, kommen wir in den Genuss des kompletten Musikvideos des 80er-Hits „When the Rain begins to fall“ mit Jermaine Jackson und Pia Zadora.
Nachdem der Regen aufgehört hat, zu fallen, spürt der Bordroboter „13:59“ den Planeten Erde als mögliche Rock’n’Roll-Quelle auf und holt unsere pink-gedressten Spacemusikanten aus dem Kälteschlaf. Die Band, bestehend aus ABCD („Absid“) – dem Anführer -, FGHI („F-Gee“), JKLM („Jaklem“), NOPQR („Nopqir“), STUVWXYZ („Stovitz“) und AEIOU („A-You“), beamt sich prompt mit einer Baumarkt-TARDIS auf die Oberfläche, und wir werden mit den weiteren Charakteren bekannt gemacht: Da wäre die liebliche High-School-Schülerin Dee Dee, die gerne in der 60ies-Band „The Pack“ mitmischen würde. Oder Frankie, ein Discount-Shelf Patrick Swayze, Kleinkrimineller und Anführer von „The Pack“, der Dee Dee von der Band fernhalten will. Die Dorfpolizistin (gespielt von Oscarpreisträgerin Ruth Gordon), die die Aliens bei der Ankunft beobachtet und nun eine Invasion befürchtet. Und ein Gaunerduo, das frisch aus der psychiatrischen Anstalt entflohen ist und sich nun durch die Stadt metzelt – was nur keinen so richtig zu interessieren scheint.
Mehr über die Handlung zu verraten wäre für die Katz‘. Erstens existiert eine solche kaum, jede Szene dient lediglich dazu, die nächste minutenlange und voll choreographierte Musicalnummer einzuleiten. Zweitens entsteht ein Grossteil des enormen Comedy-Charmes des Streifens in den unzähligen visuellen Gags, die in Textform einfach nicht so rübergebracht werden können, wie sie es verdienen. You gotta see it to believe it!
Fazit
Schon bei der Erstaufführung in Bern war ich von diesem Musicalmachwerk völlig begeistert! Der Streifen ist Trash, aber man spürt, dass die Macher sich nicht zu ernst nahmen und diesen Trashfaktor mit jeder Faser, jedem Song und jedem Gag zelebrieren. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster: Für mich ist das ein richtiger Gute-Laune-Film zum mitsingen, mittanzen und mitlachen! Danke Ronny und Philippe für den gelungenen Abend!
Wer sich den Trailer reinziehen will: KLICK! Und wer nun auf den Geschmack des ganzen Films gekommen ist: EBENFALLS KLICK!
Next up bei der Kultmoviegang:
- Freitag, 23. August 2024, Kultfriday in Bern mit HEAVY METAL
- Nächstes und letztes 2024er-Screening in Zürich: 8. November 2024, Worst-Night mit „Hard Ticket to Hawaii“
Memberships gibt’s HIER, aber ihr kommt auch ohne ins Kino. Also kommt uns doch mal besuchen!
Man sieht sich im Kino! Danke fürs Lesen.
Pascal
