Reisen

Stockholm 2018 – Tag 1 – Montag

Willkommen zu meinem Reisetagebuch. Eine ganze Woche lang statt ich der schwedischen Hauptstadt einen Besuch ab. Heute früh ging’s los:

Der Wecker klingelt um 4 Uhr früh… Viel zu früh für meinen Geschmack… Knurrend verschwindet mein Gesicht nochmals im Kopfkissen, der Wecker wird nochmals für 15 Minuten schlafen geschickt. Aber spätestens dann muss ich raus aus den Federn. Zähne putzen, alles einpacken, aus dem Flughafenhotel auschecken und rein in den Shuttlebus. Wie in der Vergangenheit auch schon habe ich die Nacht im Park Inn in Rümlang verbracht, damit ich am nächsten Morgen ohne grossen Stress am Flughafen bin.

Kurz vor halb sechs bin ich am Airport. Auf zum Bag Drop, eingecheckt habe ich am Vorabend schon. Zuerst folgt aber ein kleiner Irrlauf durch die Gebäude. Nicht, dass ich nicht wüsste, wo der Schalter ist, aber ich bin irgendwie noch nicht ganz wach. Irgendwann finde ich mein Ziel dann, stelle mich an, komme schnell dran. Koffer aufs Band, ID auf die Theke, Etikette um den Koffer, und bye bye Köfferlein.

Da ich Business Class fliege, darf ich in die Priority Lane. Cool. Im Vergleich zum normalen Eingang (der für das gemeine Fussvolk, pffff)  habe ich vermutlich 4.7 Sekunden gespart (und ein paar Meter weniger Weg zurückgelegt), aber vermutlich würde sich die Ersparnis mehr zeigen, wenn mehr los wäre. Auch durch die SiKo geht’s separat, dauert aber trotzdem einen Moment, bin mich nicht gewohnt, gleich mit ZWEI Handgepäckstücken herumzuhantieren (yay, the perks of flying business class).

Nach der SiKo könnte ich vermutlich auch in eine SWISS-Lounge, trau‘ mich aber nich’… Darum gleich zum Gate, auch wenn noch fast eine Stunde bis zum Boarding bleibt. Die Gipfeli-Bar hat zum Glück geöffnet und zu Lesen habe ich auch dabei. Da vergeht die Zeit wie im… hihi… „Flug“… Und bald steht auch das Boarding an. Und ich darf zuerst durch, jauchz. Bin als erstes am Flugzeug, juhee. Und muss trotzdem noch warten, weil doch noch nicht alles bereit ist, buuh. Irgendwann darf ich dann doch rein und nehme meinen Sitz ein. Der einzige Nachteil an der Business Class ist, dass man aufgrund des Sitzplatzes ganz vorne die Leute hinter sich nicht so richtig beobachten kann. Aber aufgrund der Schlange, die sich im Mittelgang bildet und nicht so recht vorwärts kommt, scheinen wieder einige mit ihrem Handgepäck und dem overhead bin überfordert zu sein.

Ich widme mich dem Blick aus dem Fenster und sehe gerade, wie mein Koffer im Laderaum verschwindet. *freu* Irgendwann sitzen alle auf ihren Plätzen, alles Gepäck ist verstaut, die Sicherheitsanweisungen durchgegeben, dann kann es endlich losgehen. Der Flug selber ist ereignislos, bis auf das Frühstück. Denn, heilige Scheisse, wie geil ist das denn? Da kommt eine schön gedeckte Platte mit Butter, Käse, Früchten, Müesli, Konfi und Brot. But there’s more! Es gibt noch ein zweites, warmes Frühstück: Zur Auswahl stehen Omelette mit Pilzen und Spargel oder etwas anderes, was ich vergessen habe. Ihr könnt ja raten, was ich genommen habe. Da frage ich mich, wieso ich noch nie zuvor Business Class geflogen bin… (WEIL DAS SO SCHEISSE TEUER IST UND ICH DIESEN FLUG KOMPLETT MIT MEILEN BEZAHLT HABE. MAYBE THATS WHY).

Kurz nach 9.15 Uhr touchen wir in Stockholm Arlanda down, taxien ans Gate und prompt beginnt der grosse Ansturm auf die Türe. Weil es könnte ja sein, dass der verf*ckte Flieger wieder losfliegt, obwohl man noch an Bord ist. Oder so. Irgendwann tut sich mir eine grosse Lücke auf (weil wieder jemand Probleme hat, sein Handgepäck aus der Ablage zu pfriemeln), also gelange auch ich in Freiheit. Am Gepäckband warten wir erst mal ein paar Minuten, bis unsere Koffer da sind (aber meiner kommt als erster, gnihihi). Also ab durch den Zoll, Busterminal gesucht, Ticket gelöst und ab in die City.

Knapp 45 Minuten dauert die Fahrt mit dem Flygbussen, danach bin ich mitten in der Stadt am Hauptbahnhof. Erstes Ziel ist das Visitor Center etwas östlich davon, wobei mir nach dem halben Weg in den Sinn kommt, dass ich den Koffer auch in einem Schliessfach hätte deponieren können, um ihn nicht quer durch die Stadt zu schleppen. Was soll’s, in 5 Minuten habe ich das Gebäude erreicht, brauche aber dann nochmal so lange, um den Eingang zu finden (Beschilderung ist nicht wirklich eine Stärke der Schweden…). Ich kaufe mir einen Stockholm Pass für fünf Tage, so komme ich in viele Museen kostenlos rein und kann auch gratis bei den Hop On, Hop Off-Bussen und -Schiffen mitfahren. In der nahen U-Bahnstation kaufe ich zudem eine Travel Card für die freie Fahrt mit U-Bahn, Tram, Bus und Zug. Den benötige ich auch gleich, denn ich will endlich ins Hotel.

Um halb zwölf stehe ich endlich in meinem Zimmer im Motel L. Erst mal alles hinschmeissen und Gesicht voraus aufs Bett fallen lassen. Nach einer kurzen Nacht und viel Gepäckgeschleppe bin ich jetzt schon ziemlich groggy… Aber ich kann den Tag nicht einfach so verschwenden, darum entscheide ich mich für eine Rundfahrt im Hop On, Hop Off-Bus (von jetzt an nenne ich das Ding einfach HipHop-Bus, geht schneller). Startpunkt ist gemäss Plan irgendwo südöstlich vom Hauptbahnhof, also raus aus dem Hotel, Strasse überqueren, ins Tram einsteigen, eine Station später wieder aussteigen, in die U-Bahn wechseln, eine Station später wieder aussteigen, weil ich in die falsche Richtung fahre, diesmal richtig einsteigen und ENDLICH mal ans Ziel kommen. Den Weg vom Bahnhof zu den Bussen finde ich dann etwas leichter.

Ein gutes Stündchen kutschiert mich der HipHop-Bus dann umher, bis wir wieder am Hauptbahnhof sind. Dort steige ich auch, es ist 15 Uhr und so langsam habe ich ganz fest Hunger. Also wird der erst mal gestillt, bevor es zurück ins Hotel geht. Für heute habe ich genug gesehen, jetzt werden die nächsten vier Tage geplant. Wobei geplant etwas übertrieben ist: Ich liste mir die Sehenswürdigkeiten und Museen auf, die ich unbedingt sehen will und prüfe online, wann sie geöffnet haben. Ein genauer Tagesablauf hat bei mir eh keinen Sinn, da ich das spontan nach Bauchgefühl entscheide, wohin es mich als nächstes zieht.

Für heute ist Schluss. Mein Akku ist fast leer, der von meinem Natel auch. Das extrem langsame Hotel-WLAN zehrt zudem an den Nerven. Gross mit der Kamera hantiert habe ich heute nicht, die untenstehenden Schnappschüsse sind alle mit dem Smartphone entstanden.

Ich bin mal auf das Frühstücksbuffet morgen gespannt…

Cya, Pascal