Reisen

Stockholm 2018 – Tag 2 – Dienstag

Willkommen zu meinem Reisetagebuch. Eine ganze Woche lang statt ich der schwedischen Hauptstadt einen Besuch ab. Heute standen die ersten Museumsbesuche an:

Da die meisten Attraktionen erst um 9 Uhr oder noch später öffnen, muss ich netterweise nicht zu früh aus den sehr bequemen Federn. Den Wecker stelle ich deshalb auf 7 Uhr. Kurz unter die Dusche, das halbe Bad bewässert (bei Design der Duschecke – ja, ich nenne das Ecke, denn eine Kabine ist es bestimmt nicht – stand wohl mal wieder „Style“ an erster Stelle), und ab zum Frühstück. Kleines, aber abwechslungsreiches Buffet. Hoch aufs Zimmer, anziehen, Krempel einpacken und kurz nach 8 raus an die Luft. Da ich gestern fast den ganzen Tag nichts getrunken habe, bin ich heute schlauer und kaufe mir im ICA Supermarkt (von denen scheint es hier fast an jeder Ecke eine Filiale zu geben) ein paar Wasserfläschchen.

Wettermässig geht es heute so weiter, wie es gestern aufgehört hat: Grau in grau in grau, und dazu noch etwas grau. Aber immerhin noch kein Regen. Mein erstes Ziel: Der „Skinnarviksberget“ im Stadtteil Södermalm. Der höchste natürliche Punkt „in central Stockholm“ verspricht eine schöne Aussicht auf die Stadt. Naja, ganz so spektakulär ist das Ganze leider nicht, besonders, da das Hügelchen halt doch nicht ganz so hoch ist wie erhofft.

Also nichts wie runter, einfach mal blind ostwärts kreuz und quer durch die Strassen, bis ich zu einer U-Bahnstation komme. Dann nach Norden zum Hauptbahnhof, von dort eine Station nach osten. Den anschliessenden Weg an die frische Luft muss ich mir verdienen, denn von den drei Rolltreppen sind zwei in Reparatur und die dritte deshalb ausgeschaltet, damit sie zum hoch- und runterlaufen benutzt werden kann. Und weil der Fahrstuhl gerade voll ist, quäle ich mich die mindestens 100 Meter lange Treppe hoch. Ich, der Fitnessfreak, mit meiner tollen Kondition. Fast hätte ich mir die Lunge ausgekotzt. Aber anderen ging es zum Glück ähnlich.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es zu Fuss weiter ins „Bergrummet“, ein Museum für Spielzeug und Comics. Da hat mein kindliches Ich doch sicher Freude dran.  Hinein komme ich dank Stockholm Pass gratis, für den Moment scheine ich auch der einzige Kunde zu sein. Man spaziert durch die dunklen Höhlen, welche mit viel altem Spielzeug geschmückt sind. Alte Spielzeugautos, Puppen, Karten- und Brettspiele. Aber das interessanteste ist die „Bollbana“, eine Art Kugelbahn, die an der Decke und an den Wänden entlang durch die ganze Spielzeugausstellung führt. Alle 9 Minuten startet die Kugel und rollt da durch, ab und zu wird sie durch Lift, Spielzeugeisenbahn oder Katapult wieder etwas in die Höhe gebracht. Der Tourismusflipper aus dem Verkehrshaus Luzern lässt grüssen. Nach knapp 7 Minuten ist die Kugel durch.

Der zweite Teil der Ausstellung besteht aus vielen Comics. Unter Anderem auch von Disney, wo die einzelnen Zeichner von Donald Duck und Co. vorgestellt werden.

Nicht unweit von hier befindet sich das Armeemuseum, bei welchem der Eintritt generell kostenlos ist. Also nichts wie hin. Man arbeitet sich durch zwei Etagen durch die Kriegshistorie Schwedens vom 16. Jahrhundert bis heute, oft durch Puppen dargestellt.

Nun will ich endlich mal in die Altstadt, also rein in die nächste U-Bahn. Die Altstadt, Gamla Stan, gefällt mir von der „Szenerie“ bisher am Besten. Die engen Gassen mit ihren unzähligen Läden laden zum verweilen ein und vielerorts ist kein motorisierter Verkehr zugelassen. So ist man vom ganzen Strassenlärm mehrheitlich verschont und kann gemütlich schlendern. Ich spaziere ziellos durch die Strassen und Gassen, bis ich plötzlich vor meinem nächsten Ziel stehe:

Das Nobel-Museum. Auch hier komme ich dank Stockholm-Pass gratis zu meinem Ticket. Das Museum scheint mir relativ klein. Gezeigt werden die vielen Nobelpreisträger seit der Gründung. Zudem gibt es derzeit eine Sonderausstellung über Martin Luther King und die Menschenrechtsbewegung. Ich bin relativ schnell wieder draussen.

Inzwischen hat ein leichter Nieselregen begonnen, darum mache ich mich auf zur U-Bahn, laufe aber wieder zick-zack durch die Gassen. Und komme zufällig am Postmuseum vorbei. Das hatte ich bisher gar nicht auf dem Plan, also kurz meinen Guide gecheckt: Jep, auch hier gilt der Stockholm Pass.

Das Museum zeigt auf kleinstem Raum die Geschichte der schwedischen Post. Eine Sonderausstellung widmet sich zudem der Kommunikation. Leider sind bei Letzterer nicht alle Texte auf englisch übersetzt. Obwohl die Postausstellung kleiner ist als die im Nobelmuseum, bin ich länger drin, da mich die Infos mehr interessieren. Aber irgendwann bin ich trotzdem durch und gehe raus, wo es inzwischen wieder trockener ist.

Das waren genug Museen für heute. Zwei sehr interessante (Armee und Post), ein interessantes (Bergrummet) und ein langweiliges (Nobel), ziemlich gute Ausbeute. Fotomässig habe ich im Bergrummet und Armeemuseum ein paar geschossen, aber ich vermute, wirklich was werden werden die nicht (toller Satz, nicht?). Es war museumstypisch eher dunkel. Daher habe ich die Kamera bei den beiden anderen gleich eingepackt gelassen.

Es geht so gegen 15 Uhr zu, also wird es langsam Zeit fürs Mittagessen. Meine Beine melden sich auch langsam, mein Schrittzähler nähert sich der 20’000. Also etwas zu futtern gesucht und ab ins Hotel, für ein Stündchen die Beine hochlegen. Daraus wurden dann bald mal über zwei Stündchen, da ich schon mit dem heutigen Beitrag angefangen habe. Bevor ich alles vergesse. Bin schliesslich schon alt.

Ich habe mir dann aber doch nochmal die Kamera und das Stativ geschnappt und bin ein wenig nach Osten. Gemäss Google Maps gibt es dort einen kleinen Park. Naja, Park ist dann schon etwas viel gesagt, aber immerhin ein ruhiges Plätzchen, um ein paar Timelapse-Aufnahmen zu schiessen.

Nachdem das geschafft ist, wartet nun endlich das warme, weiche Bett.

Cya, Pascal