Gaming und PC

Meine liebsten Walking-Simulatoren (Stand: Sommer 2023)

Walking Simulators

„Walking-Simulator“ ist der etwas herablassende Begriff für Games, bei denen man primär herumläuft, eine Story erlebt und ab und zu kleinere Rätsel löst. Kämpfe sind sehr selten, ebenso die Gefahr, zu sterben. Der Fokus liegt klar auf dem Erleben einer packenden Geschichte. Auch ich bin vor ein paar Jahren diesem Genre verfallen und will hier mal meine Tipps auflisten.

What remains of Edith Finch

Ich zocke nun doch schon seit gut 25 Jahren PC-Spiele. Und habe dabei einige emotionale und mitreissende Geschichten erlebt, die mich auch nach Spielende noch zum Nachdenken anregten. Aber „Edith Finch“ ist bis heute das einzige Spiel, bei dem ich am Ende geheult habe! Wie ein kleines Baby! Und das sogar beim zweiten Durchspielen nochmal, obwohl ich wusste was kommt.

Worum geht’s? Du übernimmst die Rolle der 17-jährigen Edith Finch, die das alte, leerstehende Familienanwesen erkundet. Edith entstammt einer alten norwegischen Familie, auf der ein Fluch zu lasten scheint, durch den viele Familienmitglieder – oft auch im jungen Alter – tragisch zu Tode kommen und immer nur einer pro Generation überlebt und Nachwuchs zeugt. Während du durch Ediths Augen das Haus erkundest, findest du immer wieder Andenken an ihre verstorbenen Vorfahren und erlebst deren letzte Lebensminuten auf oft surreale Art und Weise mit.

Das Spiel ist mit knapp 2 – 3 Stunden Spielzeit recht kurz und komplett linear, wird aber durch die abwechslungsreiche Erzählweise der einzelnen Rückblenden nie langweilig. Traurig, witzig, fantasievoll, melancholisch, surreal… Alles Begriffe, die mir durch den Kopf schiessen, wenn ich an diese Perle denke. Mein Liebling auf dieser Liste! Und auch der stimmige Soundtrack von Chris Remo soll nicht unerwähnt bleiben:

Firewatch

In Firewatch übernimmst du die Rolle von Henry, der im Sommer 1989 seinen Dienst als Feuerwächter in einem Nationalpark antritt. Zusammen mit seinem einzigen Kontakt via Funk – seiner Chefin Delilah – kommt er scheinbar einer Verschwörung auf die Spur.

Ich würde so gerne tiefer auf die spannende Story eingehen, aber Firewatch muss man selber erleben. So paranoid habe ich mich noch nie gefühlt. Was hat es mit dieser umzäunten „Forschungseinrichtung“ auf sich? Wer ist dieser mysteriöse Typ, der Henry zu beobachten scheint? Und was ist mit den zwei Mädchen passiert, denen Henry am ersten Tag begegnet ist, die aber inzwischen als vermisst gemeldet wurden?

Auch hier sei der tolle Soundtrack – wie bei „Edith Finch“ von Chris Remo -erwähnt:

Gone Home

Gone Home spielt im Jahr 1995. Kaitlin kommt nach einem Auslandsjahr nach Hause zurück und findet dieses verlassen vor. Lediglich eine Notiz ihrer Schwester Sam an der Tür: „Bitte suche nicht nach mir“. Als Kait erkundest du das Anwesen und versuchst herauszufinden, was passiert ist.

Gone Home hat eine oft „gruselige“ Grundstimmung, ohne aber ein Horrorspiel zu sein. Es gibt keine Jumpscares, keine Feinde. Die Geschichte wird hauptsächlich durch Environmental Storytelling erzählt, sei es durch herumliegende Notizen oder durch Briefe von Sam an Kait.

Der Soundtrack stammt – you guessed it – von Chris Remo:

Tacoma

Tacoma stammt vom gleichen Entwickler wie Gone Home. In der Rolle von „Amy“ Ferrier begibst du dich auf die Raumstation „Tacoma“, welche bei einem Meteoriteneinschlag beschädigt wurde. Von der Crew fehlt jede Spur. Dein Job ist es, diverse Module der Bord-KI ODIN aus jeder Sektion der Raumstation zu bergen. Dabei kommst du einer Verschwörung auf die Spur und erfährst durch Hologramme mehr über das Schicksal der Crew.

Tacoma hatte ich gar nicht auf dem Schirm, bis es eines Tages als Gratisgame im Epic-Store verfügbar war. Eine spannende Geschichte mit einer tollen, interaktiven Art, die Schicksale der Crewmitglieder zu ergründen.

Der Vollständigkeit halber der Soundtrack von Ivana Kovacevic, auch wenn ich ihn bis jetzt nie angehört habe:

The Stanley Parable

The Stanley Parable zu beschreiben ist schwierig. Es ist kein Game, sondern ein Erlebnis. Du spielst den namensgebenden Stanley, der ein seinem Einzelbüro sein tristes Arbeiterdasein fristet. Als er eines Tages sein Büro verlässt, ist keine Menschenseele zu sehen. Begleitet von einer Erzählerstimme aus dem Off erkundest du das Gebäude und folgst den Anweisungen des Erzählers… oder eben nicht.

Ein Spiel, das die vierte Wand durchbricht. Dir als Spieler ist es überlassen, ob du den Anweisungen des Erzählers folgst oder einen anderen Weg nimmst. Dieser reagiert darauf (oft nicht erfreut), wodurch sich immer wieder witzige und teils absurde Situationen ergeben. Insgesamt 18 verschiedene Enden bietet dieses Abenteuer, je nachdem, welche Pfade man einschlägt.

Seit 2022 gibt es sogar eine Ultra-Deluxe-Version, welche zusätzliche Storystränge und Enden bietet. Ist auf meiner Wunschliste und wird in naher Zukunft mal durchgespielt.

Honorable Mentions

Die folgenden Spiele waren an sich ganz OK, haben mich aber nicht so gepackt wie die oben aufgeführten. Falls ihr euch für Storyspiele interessiert, sind sie evtl. einen Blick wert:

  • Draugen
  • The Vanishing of Ethan Carter
  • The Unfinished Swan
  • Virginia

Tja, das wären mal meine Highlights! Gespielt habe ich noch einige mehr, aber keine sind mir so im Gedächtnis geblieben wie die oben gelisteten.

Pascal

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