Kino

Kult-Attack 2024 – Eine cineastische Reise in die 90er!

Das Kult-Attack-Filmfestival 2024 ist bereits wieder Geschichte. Ich war in Bern vor Ort und hatte vier fantastische Tage mit geilen Filmen, tollen Leuten und ganz viel 90er-Nostalgie. Zeit, ein Fazit zu ziehen und denen, die nicht dabei waren, unter die Nase zu reiben, was sie so alles verpasst haben. Dazu verlinke ich jeweils mein entsprechendes Letterboxd-Review. Einfach auf das Filmbanner klicken. Viel Spass!

Mittwoch, 6. März 2024: Anreise und Animittwoch

Die Reise in die Bundesstadt nahm ich bereits am Mittwochabend nach der Arbeit auf mich. Bei Warten auf den Hotel-Check-In lief mir das Festival-OK über den Weg und durfte mich anschliessend zum Abendessen im Ristorante Da Carlo1Ruhig draufklicken 😉 zu ihnen gesellen – leider nur kurz, da ich um 20.15h im CinéCamera sein musste: Animittwoch war angesagt. Mit „Whisper of the Heart“ zwar ein Film, den ich schon kannte, aber solche Klassiker wirken auf der grossen Leinwand einfach noch viel imposanter.

Donnerstag, 7. März 2024

TV-Special

Als Warm-Up waren erst einmal TV-Serien angesagt. Gestartet wurde mit einer Folge „Eine schrecklich nette Familie“2auf deutsch, in der Al Bundy ein seit über 30 Jahren überfälliges Buch in die Bibliothek zurückbringen muss. Sehr witzig, so wie ich die Serie in Erinnerung hatte. Anschliessend testeten sich die „Friends“ Monica, Rachel, Chandler und Joey gegenseitig, wer mehr über die anderen weiss, während Phoebe ihr Abenteuer „Leihmutterschaft“ startete. Auch hier wurde ich köstlich unterhalten. Lust but not least war Zeit für gut gebaute Frauen und Männer in Badekleidern: In „Baywatch“ versucht Hassel-The-Hoff, eine Gruppe Rookies zu trainieren. Hat mich inhaltlich weniger begeistert, allerdings sorgten die katastrophalen Untertitel auf Worst-Night-Niveau für so manchen Lacher.

Clueless

Die satirische Jane-Austen-Verfilmung sah ich Ende der 90er mal im Free-TV und hatte danach eine Zeit lang einen ziemlichen Crush auf Brittany Murphy. Macht auch nach dem x-ten Ansehen noch Spass.

Wayne’s World

Mike Myers‘ Prä-Austin-Powers‘ Paraderolle sagte mir von Namen was, vollständig gesehen hatte ich ihn bisher nie. Im Kern natürlich eine Komödie mit pubertärem Humor, zeigt der Streifen trotzdem viel Herz und einen sympathischen Cast. Und ich mag es einfach, wenn Filme die vierte Wand durchbrechen. Aber mein heimliches Highlight war Ed O’Neill als leicht verstörender Manager eines Donut-Shops.

Pulp Fiction

Obwohl erst Donnerstag war, war das Kino gerappelt voll. Den Kultfilm von Quentin Tarantino mit einem der bekanntesten MacGuffins der Filmgeschichte hatte ich bisher nur ausschnittweise gesehen und war daher skeptisch. Am Ende war ich positiv überrascht. Der Humor traf meinen Nerv, ebenso die vielen langen Takes. Nur die teils endlos ausufernden Dialoge ziehen den Streifen in meinen Augen zu sehr in die Länge, da hätten es 30 Minuten weniger auch getan.

Con Air

Auf den Actionfilm mit Nicolas Cage habe ich mich sehr gefreut, fand ihn dann aber eher mässig. Mag an meiner Müdigkeit gelegen haben, aber sicher auch daran, dass ich Cage am liebsten habe, wenn er over-acted, und nicht so wie hier mit der immergleichen Mimik und einem lächerlichen Akzent durch die Gegend schlafwandelt. Anders sieht es bei John Malkovich auf: Er gibt den Ober-Baddie genüsslich und ist für mich das Highlight des Films.

Freitag, 8. März 2024

Interview with the Vampire

Die Literaturverfilmung mit Tom Cruise, Brad Pitt, „Nicht Kristen“ Dunst und Christian Slater hat mir weniger zugesagt. Pitts „Louis“ zieht für mich als Hauptcharakter und Sympathieträger nicht, da er die ganze Zeit nur am rumjammern ist. Erst, als die junge Claudia auf der Bildfläche erscheint, kommt ein wenig Pep in die Sache.

Groundhog Day

Bill Murrays Paraderolle gefiel mir beim ersten Mal vor vielen Jahren nicht so recht. Vermutlich aufgrund dieser tiefen Erwartungshaltung, aber auch, weil ich mit dem Alter etwas den Humor eher verstehe als früher, hatte ich ganz viel Spass mit ewig grüssenden Murmeltier.

The Naked Gun 2 1/2

Einer der Klassiker, die ich seit Kindheit immer mal wieder gerne schaue, und ich wurde auch heute nicht enttäuscht. Ein gut gefüllter Kinosaal sorgte für die prächtige Stimmung bei Frank Drebins zweitem Einsatz. Ich liebe es!

Trainspotting

Danny Boyles filmischer Drogentrip war mir noch völlig fremd und gehörte zu den Filmen, auf die ich am meisten gespannt war. Der Saal war wieder sehr gut gefüllt: Passende Atmosphäre für einen geilen Film, bei dem es viel zu Lachen gibt, einem Selbiges aber auch mal im Hals stecken bleibt. Wenn ich doch nur den schottischen Akzent besser verstehen würde. Mein erster Überraschungshit des Festivals. Die Buchvorlage habe ich mir dann spontan in der Buchhandlung geholt…

Terminator 2: Judgment Day

Aaaahnuuuld! Ein Hauptdarsteller mit minimalem Schauspieltalent3wenn überhaupt, trotzdem ist T2 einer der besten Actionfilme überhaupt. Die Rolle des Terminators ist und bleibt Schwarzeneggers Paradeleistung: Kaum Mimik nötig, möglichst wenig Text, dafür einfach cool reinschauen, rumballern und geile One-Liner raushauen. Und passend zum Weltfrauentag eine der stärksten Actionfilm-Frauenrollen der Filmgeschichte.

From Dusk till Dawn

Zum Abschluss nochmal ein Vampirfilm, in dem die Blutsauger aber erst in der zweiten Hälfte auftauchen. Das ist auch der Moment, in dem der Film endlich mal an Fahrt gewinnt und anfängt, Spass zu machen. Alles vorher war langweilig und nervig.

Samstag, 9. März 2024

Before Sunrise

Der romantische Spielfilm von Richard Linklater war für mich nach Trainspotting die zweite grosse Überraschung des Festivals. Ich hatte eher tiefe Erwartungen und war etwas skeptisch, vor allem da der Film sehr dialoglastig ist – das klang nach viel Anstrengung für meinen müden Kopf. Schlussendlich hat mir der Streifen aber sehr viel Spass gemacht, weil er im Gegensatz zu üblichen Liebesfilmen die Charaktere realistisch und intelligent erscheinen lässt. Ethan Hawke und Julie Delpy bilden eines der besten On-Screen-Paare der Filmgeschichte. Einziger Wehrmutstropfen: Die Kuh hätte ich wirklich gerne gesehen…

Pretty Woman

Eine der bekanntesten Liebeskomödien aller Zeiten, aber ich fand ihn langweilig. Julia Roberts ist zwar sehr schlagfertig und charmant, aber nach dem grossartigen „Before Sunrise“ wirkte dieser Film zu sehr wie nach 08/15-Schablone gefertigt.

Speed

Keanu Reeves endgültiger Durchbruch als Actionstar ist adrenalingeladenes Popcornkino par excellence. Sandra Bullock überzeugt als unfreiwillige Busfahrerin und Dennis Hopper spielt genüsslich den Bombenleger. Hirn abschalten, zurücklehnen, geniessen.

Fargo

Der Film, auf den ich mich am wenigsten gefreut hatte. Ende der 90er mal gesehen, hatte er mir überhaupt nicht gefallen. Heute verstehe ich den Humor wohl etwas besser, denn er hat dann doch ein wenig Spass gemacht. Vor allem Frances McDormand als hochschwangere Polizistin ist eine Wucht, ja!

The Matrix

Ein weiterer Keanu-Reeves-Blockbuster! Das wegweisende Meisterwerk der Wachowski-Geschwister bietet Actionszenen, bei denen man auch heute noch im Kino sitzt und sich denkt: „Whoa!“. Nur die Liebesgeschichte zwischen Neo und Trinity wirkt auch heute noch zu sehr an den Haaren herbeigezogen…

Darkman

Der einzige Festivalfilm, von dem ich bis dahin noch gar nichts gehört hatte, dementsprechend gespannt war ich. Sam Raimis düsterer Superheldenfilm bietet eklig-schönen Body Horror und bösen Humor und einem gewissen Trashfaktor, der mir selbst im völlig übermüdeten Zustand weit nach Mitternacht das eine oder andere Lachen abrang.

Sonntag, 10. März 2024

Der König der Löwen

Selbstverständlich wurde hier der Original-Zeichentrickfilm gezeigt, nicht das CGI-Remakedesaster. Einer meiner liebsten Disneyfilme aus einer Zeit, in der Disney es noch verstand, gute Geschichten und nachvollziehbare Charaktere zu erschaffen und nicht die Propaganda im Fokus stand. Wunderschön gezeichnet und animiert, Elton Johns‘ stimmige Songs, und Hans Zimmers‘ legendärer Soundtrack4Meiner Meinung einer der besten Filmsoundtracks aller Zeiten lassen die Zeit viel zu schnell vorbeigehen.

Toy Story

Der erste abendfüllende computeranimierte Spielfilm ist heute natürlich technisch überholt. Aber inhaltlich vermochte mich die Geschichte um Woody, Buzz und die anderen Spielzeuge packen wie damals.

Jurassic Park

Steven Spielbergs Dinosauriertrip sieht auch über 30 Jahre nach Erscheinen noch viel besser aus als so mancher moderner Blockbuster (Ja, damit meine ich dich, Marvel!). Ein zeitloser Klassiker, bei dem vom Acting über den Sound bis zur Kamera so ziemlich alles stimmt.

Titanic

Diesen Film zu bewerten, ist nicht einfach: Inhaltlich finde ich ihn einfach langweilig, mit einer doch recht an den Haaren herbeigezogenen Love Story. Aber technisch haut James Camerons Oscar-Abräumer auch nach all den Jahren noch voll rein. Ein Film, der für mich aber nur auf der grossen Leinwand so richtig wirkt.

Kinokaraoke

Titanic wurde nicht einfach zufällig als Abschlussfilm des Festivals gewählt. Einerseits ermöglichten es die drei Stunden Laufzeit dem OK, das Foyer ungestört aufzuräumen, andererseits bietet der Film mit Celine Dions „My Heart will go on“ einer der bekanntesten Filmsongs der 90er. Ideal also für etwas Karaoke. Und auch wenn ich absolut nicht singen kann, habe ich am Schluss vollen Herzens mitgeschrien. Anhören auf eigene Gefahr:

There’s nothing I fear… Except my own voice…

Impressionen

Nachfolgend noch ein paar Impressionen. Das Foyer war sehr schön geschmückt und jeder Film war auf irgendeine Art und Weise vertreten.

DANKE, DANKE, DANKE… und see you next year!

Das waren wieder vier wunderschöne, geile, ereignisreiche Tage mit einer grandiosen Filmauswahl und tollen Gesprächen. Ein grosses, fettes DANKE ans Kult-Attack-OK: Ronny, Hausi, Tanja5eine ganz herzliche Gratulation an Tanja’s Stimme, dieses Mal die ganzen vier Tage durchgehalten hat. Chapeau!, Ruedi, Kay und Leo, ihr seid klasse! Danke für die unvergessliche Zeit.

Das waren nun als 2’347 Minuten im Kinosessel, umgerechnet ca. 39.12 Stunden.

Ich freue mich auf die nächste Ausgabe, scheinbar geht es dann in die 00er-Jahre. Und natürlich würde ich mich wahnsinnig freuen, meinen Lieblingsfilm mal im Kino sehen zu können 😉 Man wird ja wohl noch träumen dürfen 🙂

Wenn ihr noch mehr über das Festival erfahren wollt, besucht www.kult-attack.ch oder besucht sie auf Instagram.

Danke fürs mitlesen.

Pascal

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