Hoch die Hände, Wochenende! Der Start ins neue Weekend (und meine Herbstferien) stand ganz im Zeichen schlechter Filme und guter Spiele. Die zwei Events fasse ich hier in einem Beitrag kurz zusammen.
Ups, das wurde schlussendlich doch länger als ursprünglich gedacht. Daher die Sprungmarken zu den einzelnen Kapiteln:
Freitag: Kultmoviegang-Worst-Night „Rock’n’Roll Nightmare“
Der Horror startete bereits am Freitagabend, nämlich im elendigen Feierabendverkehr durch Zürich. Als der endlich überstanden war – und nach einer kalorienreichen Stärkung im Burgermeister an der Langstrasse – ging’s ab ins nahegelegene Arthouse UTO zur drittletzten1 Worst-Night in diesem altehrwürdigen Kino.
Der Film der Wahl: „Rock’n’Roll Nightmare“ – oder alternativ „The Edge of Hell“ – ein kanadischer Musik-Horror-Film aus dem Jahre 1987.
Der Film beginnt in einem abgelegenen Farmhaus: Während Mama in der Küche steht und das Frühstück vorbereitet, liest Junior in seinem Zimmer ein Comicbuch und Vati steht mit dem Elektrorasierer im Bad und rasiert sich den (bereits schön glatten) Kehlbereich2. Als Papa in die Küche kommt, ist Mama weg und die Küchengeräte scheinen zu leben. Aus dem Ofen springt ein etwas stark gegrillter Achmed The Dead Terrorist und killt Paps Off-Screen während Kiddo zuschaut.
Nach einem kurzen, mit psychedelischer Musik unterlegtem Intro dann der erste Auftritt unseres Main Casts, der im Tour-Van über den Highway heizt. Und selbst mir als Film-Laien werden schnell zwei Dinge klar:
- Hier hat sich James Nguyen vermutlich die Inspiration für die elendig langen Auftaktsequenzen seiner Birdemic-Filme geholt (Remember? Minutenlange Autofahrt durch die Pampa ohne jeglichen Storyimpact?)
- Das wird einer dieser Filme, bei denen jeder Song in voller Länge gespielt wird, auch wenn die einzelnen Szenen dazu unendlich in die Länge gezogen werden müssen (Ein Van, der 40 Sekunden lang einfach auf die Kamera zufährt, ist halt auch spannend). But hey, die Musik will schliesslich promoted werden.
Am Zielort angekommen – same Farmhouse wie im Intro – lernen wir die Protagonisten kurz kennen. Glaube ich zumindest, denn die Akkustik in dem Streifen ist dermassen Scheisse, dass ich die Hälfte der Dialoge nicht verstanden habe, weil die Hintergrundmusik oder der sonstige Background Noise lauter waren als die Stimmen. Zum Rest des Films kann ich daher nicht mal so viel erzählen. Gemäss Wikipedia will die Band von John „Look at my faboulous Barbie-Hair“ Triton mit seiner Band in diesem Farmhouse neue Musik aufnehmen (daher werden auch die Frauen/Girlfriends mitgeschleppt, logisch). Die Gruppe wird aber nach und nach von einer dunklen Macht besessen, bis nur noch John übrig bleibt… Das Ende spoilere ich mal nicht, der Plot-Twist am Ende dürfte sogar M. Night Schamhaaralarm neidisch machen. Und dazwischen erlebt man Rockmusik, Boobies, Penis-Monster, the best Australian Accent eeeevaaaa und die erotischste Duschszene aller Zeiten (not!).
Den Film gibt es in seiner ganzen Pracht auch auf YouTube zu finden: Guckst du hier!
Samstag: KMGMBT2023
Samstag war dann die KMG-Memberbeizentour (KMGMBT) angesagt. Und ich hatte keine Ahnung, was mich da genau erwartete… Dem Namen nach erwartete ich einen Marathon von einer Beiz zur nächsten bis in die späten Abendstunden, wobei der Alkoholpegel stetig zunehmen sollte… Also für mich, der prinzipiell eine 0.000-Promille-Linie fährt, eher anstrengend. Gewagt hab ich es trotzdem und wurde positiv überrascht.
Treffpunkt war 13.30h beim CineMovie in Bern. Um 14.00h wanderten wir in den 50-plätzigen Saal 3. Nach kurzer Begrüssung durch Ronny und Philippe sowie der kurzen KMGP2024TPS3 startete Film Nr. 1.
Film 1: Got Milk?
Oookayy… „Battle for Milkquarious“, so der Name dieses Stücks Filmgeschichte, ist ein Musik-Kurzfilm4, der scheinbar5 auf kurzen Werbeclips für Milch basiert. Strawberry Summers, die Freundin von White Gold, wird vom bösen Nasterious entführt. White Gold macht sich auf den Weg, um sie zu retten. Unterwegs trifft er auf einen Gefährten, süsse Kuschelmonster und eine Einhornkuh.
Ich hatte wohl seltener so viele „WHAT THE FUCK?!“-Momente innerhalb 22 Filmminuten als bei diesem Meisterwerk. Und ich hätte gerne mehr davon gesehen. Denn der Film nimmt sich zu keiner Sekunde ernst. And I totally love that. Bitte, zieht ihn euch selber rein: Milk it hier!
Intermezzo: „What the Dub?“ und Mario Kart
Nachdem wir alle durch das alleinige anschauen dieses Milkicals (get it? Mix aus „Milk“ und „Musical“. Haha) stärkere Knochen entwickelt haben, war etwas Kreativität und Hirnschmalz angesagt. Im Game „What the Dub?“ wurden kurze Filmszenen gezeigt, in denen ein Teil des Dialogs fehlte. Die Mitspieler (immer 6 Personen) mussten dann ihre Vorschläge eintippen. Am Ende wurde dann abgestimmt, was am lustigsten war, wobei auch gut ein Dutzend Leute aus dem Publikum mit abstimmen durften.
Die immerwährenden Forderungen nach einer Runde „Dorfromantik“ wurden ignoriert (Leute, war euch das bisherige Programm zu aufregend, dass ihr Entspannung nötig hattet?), allerdings blieb in einer Pause Zeit für eine kurze Runde Mario Kart… Leider nur für zwei Spieler, also schnappte ich mir einen Controller und zeigte der Konkurrenz, wo Mario den Pilz holt. Boo-Yaaaa! (Sorry, Carmen)
Film 2: Got M… achete?
Oooh boy… Ooooh boy, oh boy, ooh boy… Was schreib‘ ich hier nur? „Slaughter Day“ ist eine Amateurproduktion aus dem Jahre 1991, die von Neil Breens Cousins realisiert wurde?… No wait… *googles stuff*… Ah, nein, der Regisseur heisst „Brent Cousins“.. Sorry, verlesen… Aber die Bildqualität ist halt auch scheisse.
Ich bin hier extrem zwiegespalten. Einerseits finde ich es grossartig, wenn Leute ihrer Passion nachgehen, auch wenn das Endprodukt nicht so richtig überzeugen kann. Hauptsache, man hat Spass an der Sache. Andererseits war das der erste Film, bei dem ich physische Schmerzen verspürt habe… Die 90er-Homevideo-Auflösung ist für die grosse Leinwand einfach nicht gemacht, und beim wohl kaum vorhandenen Budget hat es für ein richtiges Mikro nicht gereicht, so dass mir nach kurzer Zeit fast das Hirn aus den Ohren geflossen ist. On the Plus-Side: Die Gore-Effekte waren für Amateurverhältnisse echt klasse (IMO). Storyseitig geht es um einen Arbeiter, der von einer bösen Macht besessen ist und mit Machete und Schrotflinte seine Arbeitskumpanen metzelt.6 Aber seht selbst, denn auch diesen Streifen gibt es auf DuRöhre: Hackst du hier!
Who let the Brändi-Dogs out?
Nachdem die Filmtortur überstanden war ging es endlich wieder an die frische Luft. Koordinierter als jede Armee-Kompanie (naja, fast) marschierten wir ins Malso ein und verteilten uns gruppenweise an den Tischen. Brändi-Dog war angesagt, der Brett-/Kartenspiel-Mix, der ursprünglich aus Kanada stammt („Dog“), und dessen Spielfelder hier in der Schweiz durch die Stiftung Brändi hergestellt wird. Das hatte ich vor vielen, VIELEN, VIIIIEEELEN Jahren ein einziges Mal gespielt, war also heute wieder ein absoluter Noob. Die erste Runde ging auch leider in die Hose, mir tat mein Spielpartner Nik etwas leid.
Essenspausenbedingt wechselte ich in eine andere Gruppe und konnte mich etwas rehabilitieren, da ich mit meiner neuen Spielpartnerin Tanja 2 von 3 Runden gewinnen konnte. Sweet, sweet, sweet Victory!
Da meine Konzentrationsfähigkeit so langsam nachliess, war für mich Zeit, Schluss zu machen. Schliesslich hatte ich noch 90 Minuten Heimfahrt vor mir. (Und man soll ja aufhören, wenn’s am Schönsten ist!)
An dieser Stelle ein grosses Danke an Tätschmeister Hausi für die Organisation der KMGMBT2023! Das war ein sehr spassiger Ferienstart!
Wer’s bis hierhin geschafft hat: Danke fürs Lesen. Cheers!
Pascal
Fussnoten:
- Sofern ich das grad richtig im Kopf hab… Correct me if I’m wrong, Ronny ↩︎
- Erinnert mich an die Werbespots für Damenrasierer, wo sie mit der Klinge über perfekt enthaarte Beine gleiten… Zeigt mir, wie ihr damit einen Gorilla rasiert, DANN bin ich beeindruckt! ↩︎
- KultmoviegangProgramm2024TrailerPremiereShow ↩︎
- Hmm… Ein Film, in dem Musik eine wichtige Rolle spielt… Hatten wir ja lange nicht mehr *nachFreitagSchiel* ↩︎
- Sorry, ich versuch mir das hier irgendwie zusammenzureimen mit dem, was ich online finde… Ich kann auch völlig falsch liegen ↩︎
- Der wurde, sofern ich das richtig verstanden habe, von seinen Bosses gemobbt, hat aber auch seine Arbeit nie richtig gemacht, daher weiss ich nicht, für wen ich hier rooten soll: Mobbboss oder fauler Sack? ↩︎
