„It’s friday, friday, gettin‘ down on friday“. An Rebecca Blacks liebevoll besungenen Lieblingstag mache auch ich mich auf die Socken und erlebe meinen sechsten Tag in Rejkjavik. Aber zuerst noch das Update von gestern Abend.
Donnerstag… continued
Wie gestern geschrieben, hatte ich noch was spannendes vor. Ich habe eine mir eine spezielle Tour gegönnt. Bereits den ganzen Tag über hatte ich die Webseite eines Touranbieters für Nordlichttouren im Auge, und in dem Moment, als bestätigt war, dass die Tour am Abend stattfindet, habe ich gebucht. Um 20.30h sollte es losgehen, so blieb vorher noch genug Zeit, um was zu essen. Da die meisten interessanten Restaurants gut gefüllt waren, die leeren nichts auf der Karte hatten, was mich anmachte, landete ich schlussendlich im Subway. Immerhin bestand hier nicht die Gefahr, dass ich aufgrund eines lahmen Services plötzlich zu spät dran bin.
Mit pünktlichen 10 Minuten Verspätung wurden wir am Treffpunkt aufgeladen. Danach wurden noch andere Treffpunkte in der Stadt angefahren, bis der Reisecar praktisch voll war.
Unsere Tourguidin Chiara, stilecht mit Halloween-Schminke und oranger Jacke (ich hätte sie am Liebsten „Kürbis“ genannt), wobei letztere vermutlich zur Standardausstattung der Firma gehört, begrüsste uns und teilte den Ablauf mit. Wir würden nach Norden fahren und dort nach wolkenlosen Stellen suchen. Eine solche haben wir nach knapp einer Stunde Fahrzeit, in welcher Chiara immer wieder Infos zu Nordlichtern und Kameraeinstellungen durchgab, dann erreicht.
Alles raus aus dem Bus, auf dem Feld aufgestellt… und dann erst mal die Enttäuschung. Die Nordlichter sehen mit blossem Auge gar nicht so bunt aus wie auf den Fotos, sondern einfach grau. Da ich sie am Sonntagabend schon gesehen habe, war ich darauf vorbereitet, aber viele andere Gäste hatten eine regelrechte Lichtershow am Himmel erwartet.
Lustigerweise hatte ausser mir fast niemand ein Stativ dabei (wohl, weil die meisten dachten, „das Nordlicht ist ja hell genug“), viele hatten auch einfach nur ihr Natel. Das Fokussieren war im Dunklen etwas schwierig und brauchte ein paar Anläufe. Die Lichter waren aber gestern generell nicht so spektakulär (meinem Empfinden nach), zudem war es sehr in die Breite gestreckt, dass ich schlussendlich wieder bei einem Weitwinkelobjektiv landete.
Nach 30 – 45 Minuten gab es am Car warme Schokolade und etwas zu knabbern. Da sich die Lichter langsam verdrückten, war für uns hier fertig. Sofern wir auf dem Rückweg noch eine tolle Stelle entdeckten, würden wir dort halten. Taten wir aber nicht, und taten wir deshalb nicht. Etwas vor 1 Uhr erreichten wir Reykjavik und ich bin froh, kann ich aus dem Bus raus. Hinter mir schnarcht einer und die gut gemeinten Infos unseres immer noch quietschfidelen Tour-Kürbis‘ Chiara gehen wir langsam auf den Cookie. Der Heimweg (zu Fuss, da kein Bus mehr fährt) dauert dann noch knapp 20 Minuten, die frische Luft tut aber gut.
Eigentlich will ich einfach nur ins Bett, aber wenn das Wetter schon mal stimmt, muss ich auch mein Hotel bei Nacht bildlich festhalten. Schlussendlich war ich ca. halb zwei im Bett.
Fotos sind nicht wirklich gelungen, aber hier trotzdem ein paar :-/ (leider inzwischen gelöscht, ich Depp.) Für den Text vom Freitag einfach weiter scrollen.
Nun endlich: Der Freitag
Aufgrund des nächtlichen Abenteuers bleibe ich am Morgen etwas länger liegen und schäle mich kurz vor 9 Uhr aus dem Bett. Mein einziger Fixtermin ist erst um 13 Uhr, daher kann ich es locker angehen.
Nach dem Frühstück mache ich mich auf den gemütlichen Spaziergang in die Innenstadt. Ich bin eigentlich nicht so der Shopper, aber ich will mir eine vernünftige Trinkflasche kaufen und brauche sowieso noch einen neuen Pulli. Also schlendere ich den Laugavegur entlang und schaue mich in den Läden um, bis ich im Idontspeakicelandic fündig werde.
Um den Krempel nicht lange herumtragen zu müssen, nehme ich den nächsten Bus ins Hotel. Ich mache mich aber gleich wieder auf den Weg zum Hlemmur Bus Hub uns esse in der dortigen Food Hall etwas kleines. Danach geht es zum alten Hafen, denn ich geh‘ Schifffahren!
Whale watching
Ich habe eine 3-stündige Walbeobachtungstour gebucht. Um 12.30h geht es an Bord und ich suche mir eine freie Stelle auf dem Oberdeck. Bis das Boot am richtigen Ort ist dauert es gut eine Stunde, und da es mit der Zeit langweilig wird, immer nur Wasser und Himmel abzulichten, suche ich mir andere Motive. Daraus entsteht ein kleines Spiel, ich nenn‘ es mal „Bommel“: Welches der nachfolgenden Bilder passt nicht da rein? :-P (leider inzwischen gelöscht, ich Depp.)
Irgendwann mal kommen wir in Begleitung eines anderen Beobachtungsschiffes im Zielgebiet an und machen uns gleich daran, dieses zu entern und die Leute dort über Bord zu werfen, um die Haie anzulocken. Ach nein, wir wollen ja Wale sehen, nicht Haie. Lassen wir die Leute halt doch in Ruhe.
Es dauert einen Moment, bis wir ein paar Delfine sehen. Das Schiff steuert darauf zu, was bedeutet, dass die Leute, die einen auf Titanic machen und sich ganz vorne am Bug einen Platz gesichert haben, alles sehen und wir auf den hinteren Plätzen nur immer den Guide hören können. Das Spiel wiederholt dann mehrmals. Flipper gesichtet, Direktkurs dahin, wir hinten sehen nichts. Scheinbar schwimmen mehrmals einige Delfine direkt vor dem Boot entlang.
Unsere einzige Chance, diese Viecher zu sehen, ist, wenn wir sie seitlich vom Boot entdecken und dann schnell ablichten, bevor das Boot dreht. Wale haben wir noch gar keine ausgemacht.
Ich ziehe mich kurz an die Wärme zurück, genau dann kommt die Meldung über eine Walsichtung durch den Lautsprecher. Als ich wieder oben bin sehe ich tatsächlich etwas, aber auf den Fotos könnte das genauso ein etwas grösserer Delfin sein. Scheinbar ist es aber tatsächlich ein Wal, eine Art, die nur so klein ist. Natürlich lässt er sich danach nicht mehr blicken und wir müssen uns wieder mit Delfinen begnügen (ich hab nix gegen Delfine, aber die Dinger habe ich schon zur Genüge im Zoo gesehen.).
Nach einer Stunde herumkreisen beginnt die Rückfahrt, eine Stunde später docken wir an und schiffen aus (klingelt da was, Astrid? ;-)). Ich fand die Tour etwas enttäuschend, denn allzuviel habe ich nicht gesehen. Daher mache ich mich auf den Weg ins Hotel, damit ich mal mit dem heutigen Bericht anfangen kann.
Danach in der Nähe schnell was essen, Stativ packen und ab zur Harpa. Dort gelingen ein paar schöne Langzeitbelichtungen. Und weil’s grad Spass macht, laufe ich noch ein wenig umher und fange noch ein paar schöne Szenen rund um den Teich ein. Am liebsten würde ich noch lange so weiter machen, denn das Wetter ist klasse. Aber ich muss morgen kurz nach 6 Uhr raus, es steht meine letzte und grösste Tour an. Da ich auch sehr spät nach Hause kommen werde, erscheint der morgige Eintrag erst im Verlauf des Sonntagvormittags.
Merci für’s Lesen. Pascal
